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Mikrotoponyme im sozialen und kommunikativen Kontext

Flurnamen im Gerichtsbezirk Neumarkt in der Steiermark

Series:

Erika Windberger-Heidenkummer

Flurnamen oder Mikrotoponyme sind besondere Eigennamen. Ihre Nähe zu den Appellativen erfordert eine grundlegende Auseinandersetzung mit namentheoretischen Gesichtspunkten. Die Profilierung dessen, was aus Sprachzeichen Eigennamen macht, bildet deshalb den Hintergrund des empirischen Teils dieser Arbeit. Untersucht und beschrieben wird die konkrete Namengebrauchswelt der Region Neumarkt in der Steiermark. Das reichhaltige Material ist Ergebnis einer flächendeckenden Erhebung nach klaren methodischen Richtlinien (ca. 200 Einzelinterviews und parzellengetreue Kartierung). Die Wahl eines pragmatischen Ansatzes ermöglicht es, die enge Verflechtung von Mensch, Raum und Name gezielt sichtbar zu machen. Es wird gezeigt, wie die lokale Bevölkerung Toponyme als Fixpunkte der Orientierung im unmittelbaren Lebensraum gebraucht, wie engmaschig das Namennetz ist und welche Merkmale es besitzt. Das Buch leistet damit einen innovativen Beitrag zur Flurnamenforschung.
Aus dem Inhalt: Aspekte der philosophischen und linguistischen Namentheorie – Intensionale und extensionale Definitionsprobleme des Begriffs Eigenname – Mikrotoponymie von 6 Gemeinden des Gerichtsbezirks Neumarkt in der Steiermark – Methodische Fragen der Erhebung von Flurnamen – Verbindung zu historischen, wirtschaftlichen, sozialen und sprachlichen Regionaldaten – Merkmale und Struktur des lokalen toponymischen Netzes (z.B. Abgrenzung zu Makrotoponymen, Paarbildung, Varianten, dialektale Markierung) – Thesen zum proprialen Status von Mikrotoponymen.