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Eine Frage der Aufklärung

Literatur und Staatssicherheit in Romanen von Fritz Rudolf Fries, Günter Grass und Wolfgang Hilbig

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Michael Haase

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der in den letzten Jahren viel diskutierten Verstrickung von DDR-Literatur und Staatssicherheit. Im Mittelpunkt stehen drei Romane von Autoren, die über das Thema aus unterschiedlichen Motiven reflektieren, aber einen gemeinsamen Denkansatz haben: die Ambivalenz des Begriffes ‘Aufklärung’. Fritz Rudolf Fries ( Die Nonnen von Bratislava), Günter Grass ( Ein weites Feld) und Wolfgang Hilbig ( «Ich») stellen der Stasi-Aufklärung, deren Verwurzelung im Rationalitäts- und Fortschrittsdenken der Traditionslinie Descartes – Kant/Hegel/Feuerbach – Marx aufgezeigt wird, eine poetisch-humanistische Aufklärung entgegen, welche sich mit den Namen Cervantes, Diderot, Lessing, Jean Paul und Canetti verbindet. Dadurch gelingt es, das Problem des Dichters als Staatsspitzel in seiner geschichtlichen und ethischen Tiefendimension auszuloten.
Aus dem Inhalt: Der Streit um die Dichter-IM und die zwei Traditionen der Aufklärung – Die Zwänge einer pikaresk-antiquijotesken List oder Mateo Alemáns Reinkarnation in F. R. Fries’ Die Nonnen von Bratislava – ‘Wo die Vernunft nicht zum Herzen findt’ oder Fonty und sein «Tagundnachtschatten» in Günter Grass’ Ein weites Feld – Metapher Mensch vs. Genitiv Mensch oder M. W.’s «unabschließbares» ‘Übertragungs’-Spiel in Wolfgang Hilbigs «Ich»Wie ich denke, bin ich - zum Verhältnis von Vernunft und Humanität.