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Das Verhältnis der politischen Parteien zur Entnazifizierung in Nordrhein-Westfalen

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Jörg D. Krämer

Auf der Grundlage umfangreicher Archivstudien wird die Entnazifizierung in Nordrhein-Westfalen untersucht. Damit wird ein Gegengewicht zur Wirkmächtigkeit der Untersuchungen zur US-Zone hergestellt. In diesem Kontext wird die eigenständige britische Entnazifizierungspolitik aufgezeigt, sowie aus der Perspektive der politischen Parteien dargestellt, dass die Entnazifizierung weniger aus moralischen Erwägungen erfolgt, sondern um eigene Machtpositionen zu stabilisieren. Der Versuch, eine «künstliche Revolution» (KPD/SPD) herbeizuführen, scheitert am Widerstand der bürgerlichen Parteien. Dem bislang unterschätzten Potential zur Selbstreinigung innerhalb der Verwaltungen wird Rechnung getragen. Insofern handelt es sich bei der Arbeit um einen Beitrag zur politischen Kultur mit einem Gegenwartsbezug in der These, dass eine heutige antifaschistische Haltung auch die Entwertung bürgerlicher Traditionen zum Ziel haben kann.
Aus dem Inhalt: Entnazifizierung in Nordrhein-Westfalen – Überprüfung der britischen Vorplanungen – Bedeutung des Selbstreinigungspotentials in Gestalt der deutschen Verwaltungen – Darstellung des Weges von einem deklaratorischen antifaschistischen Grundkonsens der politischen Kräfte, über die Spaltung in ein bürgerliches und ein sozialistisches Entnazifizierungskonzept bis zur Durchsetzung des christdemokratischen Konzeptes als Abwehrkonzept zur «künstlichen Revolution».