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Natur und Liebe in der frühen Lyrik Brechts

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Christine Arendt

Die frühe Lyrik Brechts nimmt aufgrund ihrer emotionalen Codierung und ästhetischen Geschlossenheit einen eigenständigen Rang in der Werkgeschichte Brechts ein. Sie ist im wesentlichen von den Themen Natur und Liebe gekennzeichnet. In dieser Arbeit werden für die ausgewählten Natur- und Liebesgedichte einsichtige typologische Klassifikationen vorgeschlagen, die sich relativ dicht an der Problemsicht des Autors selbst orientieren. Die genauen philologischen Einzelinterpretationen basieren auf einer gründlichen Überprüfung von Textzeugnissen, was die Erschließung von frühen Drucken sowie archivalische Recherchen bis in die Handschriftenüberlieferung hinein einschließt. Anhand einer Reihe von thematisch gegliederten Untersuchungsreihen bietet die Arbeit Hypothesen zur Evolution der frühen Lyrik: Brecht hat die Gedichte später für die «Hauspostille» bearbeitet und so zusammengestellt, dass ihr einstiger biographischer Entstehungskontext sorgfältig verborgen wurde, und er hat im Verlauf seiner Entwicklung versucht, Gefühle aus seinem Werk zu tilgen und eine größere Distanz zum Dargestellten zu erreichen.
Aus dem Inhalt: Bedeutung von Untergangs- und Verschmelzungsphantasien in der Naturdarstellung des frühen Brecht – Imaginationen der geliebten Person in den Liebesgedichten – Gefühlskonflikte in erinnerten Liebesverhältnissen – Ineinander von Liebe und Schuld – Liebes- und Naturvitalismus – Zynische Verabschiedung dieser und anderer Liebesauffassungen – Erotika einer nunmehr ausschließlich physiologisch definierten Sexualität – Analogien und Parallelen zu den dramatischen und prosaischen Frühwerken Brechts.