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Le grand retour

Die französische Displaced-Persons-Politik (1944-1951)

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Andreas Rinke

Hier liegt erstmals eine umfassende Arbeit über die französische Displaced-Persons (DP)-Politik vor, die sich entscheidend von der der anderen Westalliierten unterschied. Der Grund: Die französischen Nachkriegsregierungen fassten das DP-Thema nie als allein administratives Problem auf. Die Politik gegenüber sowjetischen und polnischen DPs hing vielmehr stark von dem Wunsch ab, mehr als 2 Millionen von den Deutschen verschleppte und im Ausland befreite Franzosen möglichst schnell wieder in ihre Heimat zu bringen. Die Behandlung der verschiedenen französischen DP-Gruppen – Zwangsarbeiter, jüdische und politische KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene – spiegelt auch die innenpolitischen Auseinandersetzungen im befreiten Frankreich wider. Exkurse sind etwa dem Schicksal von DP-Waisenkindern, der Elsaß-Lothringer sowie den von den Franzosen befreiten jüdischen KZ-Häftlingen gewidmet. Die Arbeit basiert auf einem umfangreichen Quellenstudium vor allem in französischen, aber auch britischen und deutschen Archiven. Erstmals wird eine Verbindung zwischen der DP-Politik in Frankreich und der in den französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich hergestellt.
Aus dem Inhalt: Die Displaced Persons als Definitionsproblem – Die französischen Planungen bis 1944 – Die DP-Politik während der Befreiung Frankreichs durch die Westalliierten – Le grand retour (Sommer 1945): Die französische Öffentlichkeit dringt auf die schnelle Rückkehr der verschleppten Franzosen, Exkurs: Sonderfall Liebe – das Schicksal sowjetischer Ehefrauen französischer DPs – Die französische DP-Politik und der Kalte Krieg (Herbst 1945 bis 1947) – Exkurs 1: Frankreich und die jüdischen DPs; Exkurs 2: Der Kampf um die Kinder – Integration und Übergabe (1948 bis 1951) – Zusammenfassung: Tauschmasse DPs, Wer ist das Opfer Nr. 1? Die Erinnerung als politische Waffe.