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Hermann Brochs Romane als Epochenanalyse und Zeitkritik

Zum Verhältnis von Erzählstrukturen und Argumentationsformen in der modernen deutschsprachigen Prosa

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Sayed Ahmad Fathalla Abouzid

Wie kann die historische Zeit im Roman dargestellt werden? Und welches sind die Gründe, die in der Moderne zum Wertzerfall führen können? Diese zwei Hauptaspekte werden in dieser Arbeit behandelt. Brochs Schreibweise gibt – vor allem in der Romantrilogie Die Schlafwandler – das Bild einer hypothetischen Wirklichkeit, in deren Rahmen er die Moderne unter die Lupe nimmt. Der Autor arbeitet dabei mit einem pluralistischen Forschungsverfahren, wobei er sich an den Romantext als Ausgangspunkt der Interpretation strikt hält. Diese Arbeit, die auch für die ägyptische bzw. arabische Germanistik geschrieben wurde, hebt Brochs Erneuerungen sowie seine Neigung zum Experimentieren im Romanschaffen hervor. Sie unterstreicht auch seinen beachtlichen Beitrag zur Überwindung der traditionellen, für unsere immer komplizierter gewordene Zeit nicht mehr geeigneten Romanform, auch wenn sie zeigt, dass Brochs philosophische Essays in den Romantext dissonant eingegliedert wurden.
Aus dem Inhalt: Epochenanalyse und Zeitkritik im modernen Roman – Zeitdarstellung in der Romantrilogie Die Schlafwandler – Das Verhältnis von Erzählstrukturen und Argumentationsformen im modernen Roman – Zerfall der Werte und das Mittelalter als religiöse Wertordnung – Die religiöse Wertordnung aus islamischer Sicht – Brochs Suche nach neuen Experimenten (Die Schuldlosen und Die Verzauberung).