Show Less
Restricted access

«Zigeunerpolitik» im Deutschen Kaiserreich 1871-1918

Series:

Marion Bonillo

War die «Zigeunerpolitik» bereits im Deutschen Kaiserreich auch rassistisch geprägt? In der Forschung ist dies bisher überwiegend verneint worden. In dieser quellenkritischen Darstellung konnte hingegen belegt werden, daß die Sinti und Roma nicht nur von den Behörden als Ethnie wahrgenommen wurden, sondern zusätzlich unter dem Einfluß der Rassentheorien als ein minderwertiges Volk galten. Diese Einschätzung hatte Konsequenzen: Nach der Reichsgründung wurden alle sogenannten «ausländischen Zigeuner» des Reiches verwiesen. Seit 1886 wurden dann auch diejenigen Sinti und Roma, die eindeutig die Staatsangehörigkeit eines deutschen Landes nachweisen konnten, einer polizeilichen Kontrolle und Erfassung unterstellt. Wie sich diese diskriminierende «Zigeunerpolitik» im preußisch-deutschen Rechts- und Verfassungsstaat entwickelte, wird in dieser Arbeit am Beispiel der Länder Bayern, Preußen und Sachsen chronologisch dargestellt.
Aus dem Inhalt: «Zigeunerfrage» seit der Aufklärung – «Zigeunerpolitik» nach der Reichsgründung 1870/71 – Verschärfung der «Zigeunerpolitik» 1886 – «Zigeunerkontrolle» 1886-1899 – «Zigeunererfassung» 1900-1914 – «Zigeunerpolitik» während des Ersten Weltkrieges.