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Volk – Volksstück – Volkstheater im deutschen Sprachraum des 18.–20. Jahrhunderts.

Akten des mit Unterstützung des Centre National de la Recherche Scientifique veranstalteten Kolloquiums (Nancy, 12.–13.11.1982)

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Jean-Marie Valentin

Unter «Volkstheater» werden heute im allgemeinen die österreichische Theaterproduktion des 19. Jahrhunderts (Nestroy, Raimund) und das vorwiegend gesellschaftskritische Drama des 20. Jahrhunderts verstanden. Die Idee eines Theaters für die gesamte Bevölkerung gibt es aber schon im literarischen Programm der Aufklärung, wobei der Bühne eine erzieherisch-politische Funktion zugedacht wurde. Um so entschiedener wurde dann der echt populären Tradition der Kampf angesagt. Moralische Gründe erklären zwar diese feindliche Haltung der «hohen» Literatur zu den «unregelmässigen» Stücken. Als ausschlaggebend erweisen sich aber auch stilistische und sozial-politische Anliegen, denen man in allen Formen und Gattungen begegnet. An Hand von Beispielen aus 3 Jahrhunderten wird versucht, typische Realisierungen zu analysieren, und zwar unter Heranziehung des jeweiligen Kontextes bzw. mit Hilfe bestimmter Begriffskonstellationen: Moral/Unmoral, Hoch/Niedrig, Gemeinschaft/ Klasse/Stand, Subversion/Ordnung/Anarchie usw.
Aus dem Inhalt: Ein «Theater für alle» im Deutschland des 18. Jahrhunderts - Der Einfluss Italiens - Sonnenfels und das Wiener Theaterleben im Josefinischen Zeitalter - Österreichische und französische Traditionen (Nestroy, F. Kaiser und der französische «roman populaire») - Das Publikum des österreichischen Volkstheaters - Das Lied - «Rustikalität» in der österreichischen Tradition - Volksschauspiele der Schweiz - Die Operette.