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«Eine Art Symbolik fürs Ohr»

Johann Wolfgang von Goethe- Lyrik und Musik

Series:

Hermann Jung

Goethe war Augen- und Ohrenmensch zugleich, letzteres als intensiv Hörender und hörend Reflektierender. Seine vielseitigen Bedingungen an Musik und Musiker, differenzierte Stellungnahmen zur klingenden Musik, zu Fragen von Theorie und Ästhetik sind Beweis für seine ursprüngliche Musikalität. Der Sammelband mit 15 Vorträgen eines interdisziplinären Symposiums in Heidelberg 1999 befaßt sich mit Vertonungen Goethescher Lyrik im 18. und 19. Jahrhundert. Dabei geht es um zentrale Fragen des kunstästhetischen Umbruchs um 1800, um den Paradigmenwechsel in der Musikgeschichte vom Vokalen zum Instrumentalen, um die damit verbundene Sprachlichkeit der Musik und die Musikalisierung von Sprache. Auch der Liedvortrag als eigene Spezies mit eigenen Gesetzen, spezielle Text-, Gattungs- und Interpretationsprobleme, Beziehungen Goethes zu einzelnen Komponisten und deren künstlerischer Reflex auf seine Dichtungen, die Musikaffinität und Dramen sowie Rezeptionsphänomene in einigen europäischen Ländern werden thematisiert und diskutiert.
Aus dem Inhalt: G. vom Hofe: Goethes Gedanke einer «Art Symbolik fürs Ohr» und seine Begründung im musikästhetischen Dialog mit Zelter. Versuch einer Deutung – G. Busch-Salmen: Goethes «Demodokos» - Zur Zusammenarbeit des Dichters mit dem Hofsänger Johann Wilhelm Ehlers – C. Canisius: Goethes Anverwandlungen mündlich überlieferter Poesie – G. Gruber: Zu Goethes Mozartverständnis – D. Borchmeyer: Goethes Faust musikalisch betrachtet – P. H. Neumann: Anmerkungen zu Robert Schumanns Szenen aus Goethes ,Faust’ (1844/53) – H. Jung: «Wozu Musik zu solch vollendeter Poesie?» Robert Schumann und seine Szenen aus Goethes ,Faust’ – J. K. Brown: Der Drang zum Gesang. Zur dramatischen Form bei Goethe – D. Martin: Mariane von Willemers Suleika-Gedichte und ihre Vertonungen – C. Ricca: Überlegungen zu Goethes römischer Rezeption des «geistlichen dialogisierten Liedes» – N. M. Jensen: Kunstlied und Volkslied in Dänemark zur Goethezeit – C. Flamm: «...sehr ernste Symptome einer Leidenschaft für Goethe». Nikolaj Metners Goethe-Vertonungen – L. Kolago: Ein Beitrag zu den polnisch-deutschen Beziehungen in Literatur und Musik. Stanisław Moniuszko und seine Goethe-Vertonungen – J. Vysloužil: Das Prager Kunstlied der Goethezeit – V. Vysloužilová: Josef Antonin Štĕphán: Sammlung deutscher Lieder (1778-82). Zu Liedbegriff und Liedästhetik der Goethezeit.