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Ästhetische Wirkungen in Adalbert Stifters «Studien»

Die Bedeutung des Begehrens und der Aneignung im Rahmen von Adalbert Stifters ästhetischem Verfahren (unter Abgrenzung zu Gottfried Keller)

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Frank Schweizer

Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist die von der Forschung stets behauptete Leugnung und Verwerfung des sexuellen Begehrens in den Werken Stifters. Dargestellt werden alle Punkte, an denen das Begehren in den Novellen der Studien verankert ist. Stifters Wunsch, das Begehren zu negieren, läßt seine Novellen als ständigen Versuch erscheinen, dieses zu kontrollieren. Die Beherrschung des Begehrens setzt aber seine vorherige Erzeugung voraus. Die Prosa Stifters ist so ein Wechselspiel aus der Produktion des Begehrens und dem Versuch seiner Beherrschung; ein Kontrollversuch, der fehlschlägt, das Begehren schließlich selbst zum tragenden Verfahren seiner Prosa werden läßt und deren ästhetische Wirkung erzeugt.
Aus dem Inhalt: Stifter: Das Begehren in den kunsttheoretischen Äußerungen Stifters – Stifters Affekttheorie – Homosexualität und Inzest – Symbole und Tropen – Die Fantasie und die Sprache des Begehrens – Keller: Individualität und Begehren – Evoziertes und revoziertes Begehren – Kellers Umgang mit Symbolen – Die Verteilung von Glück.