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Ein Ideal und sein Nutzen

Ärztliche Ethik in England und Deutschland 1902-1933

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Georg Schomerus

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war «ärztliche Ethik» in England und Deutschland ein unscharfer, von Ärzten widersprüchlich verwendeter Begriff. Dieses Buch untersucht, wie standespolitische Ziele der Ärzte den Gebrauch des Begriffes veränderten und einschränkten. Anhand der medizinethischen Literatur beider Länder wird gezeigt, daß die ärztliche Ethik dazu diente, kollegiales Verhalten innerhalb der Ärzteschaft zu fördern, dabei aber gleichzeitig als Garant einer selbstlosen Berufsauffassung der Ärzte dargestellt wurde. Dabei zeigen sich wichtige nationale Unterschiede: In Deutschland trat die ärztliche Ethik im Zuge einer aggressiven ärztlichen Interessenpolitik in den Hintergrund, in den Debatten zur «Rassenhygiene» während der Weimarer Republik spielte sie kaum eine Rolle.
Aus dem Inhalt: Gab es einen gemeinsamen Kanon ärztlicher Berufspflichten in England und Deutschland? – Hatten die Berufspflichten eine übergeordnete Funktion? – Ärztliche Ethik in England: Ein Zwist zwischen Ärzten und Öffentlichkeit – Ärztliche Ethik als berufspolitische Strategie – Ärztliche Ethik in Deutschland: Debatte am Ende des 19. Jahrhunderts – Bedeutungsverlust ärztlicher Ethik: Der Leipziger Verband – Krisenbewußtsein und ärztliches Selbstbild: Ethik in der Weimarer Republik.