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Psychophysiologische Prozesse bei Wasch- und Kontrollzwängen: Eine Überprüfung der Angstreduktionshypothese

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Justus Sieg

Zwangshandlungen sollen dazu dienen, die Angst der Betroffenen vor spezifischen Reizen zu reduzieren. Diese sogenannte Angstreduktionshypothese stellt die maßgebliche Erklärung der Klinischen Psychologie für Zwangsverhalten dar. Allerdings gibt es eine Reihe von Argumenten, die gegen diese Hypothese sprechen. In dieser Arbeit werden zwei Untersuchungen vorgestellt, mit denen die Gültigkeit der Angstreduktionshypothese überprüft wird. Die Ergebnisse zeigen, dass Zwangshandlungen neben einer angstreduzierenden auch eine zufriedenstellende Funktion besitzen. Außerdem unterscheiden sich Wasch- und Kontrollzwänge, die beiden wichtigsten Subgruppen der Zwangsstörung, hinsichtlich der Dynamik ihrer Verstärkung. Waschzwänge wirken bereits während, Kontrollzwänge erst nach Beendigung der entsprechenden Zwangshandlung erleichternd. Diese Befunde bieten Anlass zu einer bedeutsamen Modifikation der Angstreduktionshypothese.
Aus dem Inhalt: Die Angstreduktionshypothese der Zwangshandlungen in der Kritik – Epidemiologische und Verlaufsmerkmale von Wasch- und Kontrollzwängen – Emotionsverarbeitung bei Zwangspatienten – Fragebogen zum subjektiven Gefühlserleben bei Zwangshandlungen – Emotionsinduktion in der Psychophysiologie.