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Gewerkschaften, Arbeitslosigkeit und Politische Stabilität

Deutschland und Großbritannien in der Weltwirtschaftskrise seit 1929

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Claudia Kaiser

Wie reagierten die Dachverbände der deutschen und britischen sozialistischen Gewerkschaftsbewegung – ADGB und TUC – auf die Massenarbeitslosigkeit der Weltwirtschaftskrise und die damit einhergehenden politischen Erschütterungen? Dieser Frage geht die Studie im Rahmen diachroner Problemfelder systematisch nach. Der Vergleich zeigt, daß die unterschiedlichen politischen Kulturen in Deutschland und Großbritannien ausschlaggebende Bedeutung hatten. Konsequente wirtschaftliche und politische Interessenvertretung durch die Gewerkschaften wurde im englischen politischen Kontext allgemein akzeptiert – auch von den Unternehmern. Dagegen war die Akzeptanz der Weimarer Demokratie in der deutschen Gesellschaft so brüchig, daß das Eintreten für gesellschaftliche Teilinteressen als Verstoß gegen das «Gemeinwohl» gesehen wurde und zur Destabilisierung des politischen Systems beitrug.
Aus dem Inhalt: Strukturen und Entwicklung der Arbeitslosigkeit, soziale Lage und Wahlverhalten der Erwerbslosen – Ökonomische Entwicklung und staatliche Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik – Organisatorische Handlungsspielräume des ADGB und des TUC – Arbeitsbeziehungen – Gewerkschaften und politischer Extremismus – Programmatische Reaktionen auf die Weltwirtschaftskrise (Konjunkturpolitik und Planung) – Politische Kultur in Deutschland und Großbritannien.