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«A Room of One’s Own»

Reale und mentale Innenräume weiblicher Selbstbestimmung im spätmittelalterlichen England

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Annette Kern-Stähler

Frauen werden im englischen Spätmittelalter auf den Innenraum von Haus und Kirche verwiesen. Wie sie diese Räume nutzten und kreativ (um-)gestalteten und auf welche Weise es ihnen gelang, reale Räume mental zu transgredieren und durch mentale Innenräume auszuwechseln, zeigt diese Arbeit. Dabei wird Raum – in Anlehnung an Giddens’ Theory of Structuration und den poststrukturalistischen Ansatz der Archäologie – als sowohl wirkmächtig als auch verschieden interpretierbar und transformierbar verstanden. Der Rückzug in den mentalen Innenraum führte im Extremfall dazu, daß neben der realen eine zweite Existenz aufgebaut wurde. Beide Existenzweisen konnten, wie insbesondere an den Biographien von Margaret Beaufort sowie Cicely und Margaret von York ablesbar ist, problemlos nebeneinander bestehen oder – wie am Beispiel von Margery Kempe gezeigt wird – so unvereinbar miteinander sein, daß gesellschaftliche Sanktionen die Folge waren.
Aus dem Inhalt: Zur geforderten Lebensweise von Frauen im spätmittelalterlichen England – Real-architektonische Innenräume von Frauen/Frauenräume in Haus und Kirche – Mentale Innenräume von Frauen/Inventar des mentalen Innenraums, Wege in den mentalen Innenraum – Architektonische und mentale Innenräume in der englischen Literatur des Spätmittelalters – Umfunktionalisieren und Transzendieren von architektonischen Räumen – Chancen zur Erweiterung weiblicher Existenz.