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Das Erzählte

Zu einer Kritik des (literarischen) Sprechens

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Rüdiger Gladen

Wo verstellt sich ein Text der geschichtlichen Realität, der Lebenswirklichkeit von Menschen? Wie verstellt er sich dem geschichtlichen Fall in seiner Eindeutigkeit materialen Eingriffs? Welches hermeneutische Konzept ist kritisch sowohl in Bezug auf den (literarischen) Text/den geschichtlichen Fall als auch auf hermeneutische Konzeptionen, die dem Text den geschichtlichen Fall ausschließen bzw. ihn verdrängen? Ist Eindeutigkeit naives, damit eher gefährliches Postulat kritischer Klärung von Texten oder ist sie die Einschreibung tatsächlicher Grenzen eines Menschenlebens, das mit dem Text (Sprechen) sich zu erkennen sucht?
Wo der Hermeneut in den Text als dem geschichtlichen Fall hinein genommen, seinem philologischen Klärungsfleiß entsetzt ist, begegnet er geschichtlicher Lebenswirklichkeit: ihr kann es ein gelingendes/ein verstelltes Sprechen sein. Dessen Hermeneutik muss im theoretisch-praktischen Diskurs seine Kriterien ausweisen.
Aus dem Inhalt: Eine sinnlogische Grammatik natürlicher Sprachen in ihrer Bedingtheit mit einem materialen Begriff von Bedeutung – Schock und Entsetzen – Tiefenpsychologische Derivation vs. geschichtsphilosophische Diskontinuität – Kritik als eingedenkendes Sprechen – Das entfallene Geschichtssubjekt der Texttheorie: Walter Benjamin vs. Roland Barthes – Sprachanalytische Wahrheitskonditionen vs. strukturale Theorieoption – Das Goethesche Sprechen – Das zufällige DU – Bruch und Hyperbole – Die Einholung von «Bedeutung» aus ihrer äußersten Entfremdung Lüge/Tod – Durchgang und Engführung: Paul Celan.