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Die Geschichte deutsch-thailändischer Musikbeziehungen

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Suphot Manalapanacharoen

Die Arbeit erforscht zunächst die musikalischen Beziehungen beider Länder im Zeitraum von 1862 bis 1917, also vom ersten offiziellen Kontakt zwischen Preußen und Siam bis zum ersten Abbruch der Beziehungen im Ersten Weltkrieg. Dabei handelt es sich um eine einseitige Beziehung, d. h. nur Siam rezipierte die preußisch-deutsche Militärmusikkultur. Infolgedessen konzentriert sich die Arbeit auf die Untersuchung solcher Musikstücke, auf die die europäische Musik Einfluß genommen hat. Dies untersucht der Verfasser anhand zweier Kompositionen: Erstens die von Preußen für Siam komponierte Nationalhymne (1862) und zweitens Khäkmon Bangkhunprom Thao; dieses Stück wurde von Prinz Paribatra in traditioneller Weise komponiert und dann für Militärkapelle bearbeitet, da ihn die preußisch-deutsche Musikkultur während seines Studiums an der Kadettenanstalt in Berlin (1896-1903) sehr beeindruckt hatte. Diese Arbeit, die sich im ganzen als eine ethnologische versteht, hat einen doppelten Charakter; zum einen gelangt der interkulturelle Kontakt zur Zeit des Kolonialismus zur Darstellung, zum anderen stellt der Verfasser ein neues Analysemodell für die siamesische Musik vor.
Aus dem Inhalt: Die Hofmusik Siams – Der geschichtliche Hintergrund – Die musikalischen Kontakte beider Länder an zwei Beispielen – Kritische Bewertung und Konsequenzen in der Gegenwart.