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Die «Défense de la langue française» als Zeugnis des französischen Sprachpurismus

Linguistische Untersuchung einer sprachnormativen Zeitschrift im Publikationszeitraum von 1962 bis 2000

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Anja Klein-Zirbes

Sprachpflege puristischer Prägung ist in Frankreich keine Randerscheinung, sondern Staatsaffäre. Sie steht – spätestens seit der Ordonnance de Villers-Cotterêts von 1539 – in einer langen Tradition. Die staatlichen Eingriffe und Gesetze im 20. Jahrhundert wurden mit mehrheitlichem Konsens aller Parteien – von der politischen Rechten wie der Linken – verabschiedet. Die Association Défense de la langue française, die unter der Schirmherrschaft der Académie française steht, ist eine unter zahlreichen halboffiziellen und offiziellen Instanzen sowie privaten Vereinigungen zur Verteidigung der französischen Sprache in Frankreich und kann durchaus als repräsentativ und typisch gelten. Mit dem Dekret von 1997 hat sie die staatliche Vollmacht erhalten, über die Einhaltung der Loi Toubon zu wachen.
Diese Studie untersucht systematisch und bewertet aus linguistischer Sicht Sprachkonzeption, Kriterien, Argumente, Rhetorik und Ziele der Sprachpuristen. Als Korpus dient die gleichnamige Zeitschrift der Défense de la langue française im Publikationszeitraum von 1962 bis 2000.
Aus dem Inhalt: Zum sprachnormativen Diskurs – Entstehung, Aufbau und Mitglieder der Défense de la langue française – Rhetorische Mittel und psychologische Überzeugungsstrategien – Sprachkonzeption und Ziele – Sprachverteidigung und Nationalismus – Das europäische Sprachenproblem – Frankophonie als sprachpolitische Aufgabe – Neologismen und Anglizismen.