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Die Logik von Zerstörung und Grössenphantasie in den Dramen Christian Dietrich Grabbes

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Antonio Cortesi

Die Dramen Grabbes werden hier unter der Vorentscheidung betrachtet, literarisch objektivierte Tagträume zu sein. Basierend auf Verstehensmodellen der Tiefenpsychologie wird in minutiöser, symbolorientierter Analyse ein scheinbar paradoxer Selbsterfahrungsmodus freigelegt, dessen strenge Logik - der äusserlichen Widersprüchlichkeit und Inkohärenz der Dramen unterlagert - wesentlich vom Bestreben der Dramenpersonen gekennzeichnet ist, ihr bedrohtes Selbst in der brutalen Zerstörungstat bzw. in der künstlichen Hochstilisierung der eigenen Nichtigkeit zu retten. Die Untersuchung befragt die Ursachen dieser Verzweiflungsdynamik, geht ihren Modifikationen innerhalb der Dramenreihe Grabbes nach und erörtert deren übergreifende Relevanz für die psychische Disponiertheit der Restaurationsepoche.
Aus dem Inhalt: U.a. Verlust des Selbst, Ersatz in der blutigen Destruktion - Verlorene Liebe, verlorenes Selbst - Selbstbedrohung aufgrund gesellschaftlicher Erstarrung - Grössenphantasien im Lichte der Narzissmusforschung - Grabbe und Heine.