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Postmoderne Ethnizität und globale Hegemonie

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Albert F. Reiterer

Diese systematische Studie zur Minderheitenpolitik zeigt Minderheiten als zeitgenössische Resultate des seit zwei Jahrhunderten andauernden massiven Modernisierungs- und Globalisierungsprozesses. Minderheiten sind nur zu verstehen vor dem Hintergrund der jeweiligen Mehrheiten und deren Nationenbildungsprozessen. Das internationale politische System ist eine hierarchische Struktur unterschiedlich bewerteter Souveränitäten, an deren unterem Ende Minderheiten stehen. Postmoderne Ethnizität ist im Vergleich zur traditionellen Ethnizität nationaler Minderheiten stärker durch Option gekennzeichnet, durch Auswahl aus dem «internationalen kulturellen Supermarkt der Ideen und Identitäten». Die Weltrevolution der Verwestlichung hat neuerlich eine enorme Beschleunigung erfahren. Minderheitenpolitik bleibt aber Menschenrechtspolitik. Es geht um den grundlegendsten der Ansprüche, jenen auf persönliche Selbstbestimmung und die autonome Formulierung eigener Werte. Minderheiten in entwickelten Ländern stellen durch ihren Bezug auf größere nationale und transnationale Einheiten gewöhnlich nicht mehr die Sezessionsfrage. In den Transformationsländern erweist sich die Minderheitenfrage jedoch als Kernproblem beim Neuaufbau nationaler Identitäten.
Aus dem Inhalt: Soziale Identität als Zuschreibung und Option – Genese von Minderheiten – Bedeutung von Ethnizität heute – Sprache – als Hegemoniebeziehungen – Migranten und «Neue Minderheiten» – Minderheitenpolitik und Konfliktmanagement – Gewalt, Recht und politischer Erfolg.