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«Witwe» als weiblicher Lebensentwurf in deutschen Texten des 13. bis 16. Jahrhunderts

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Doreen Fischer

Für die mittelalterlichen Theologen stellte die Witwenschaft einer Frau nicht nur einfach eine familiäre Situation dar, sondern sie betrachteten diese Existenz als eine weibliche Lebensform mit religiösem Charakter. In der Studie werden Unterweisungstexte für Frauen im Witwenstand analysiert, um den Umgang mit dem Lebensmodell «Witwe» aufzudecken und um textspezifische Normierungsstrategien zu rekonstruieren. In die Untersuchung sind protestantische Ständelehren einbezogen, weil die veränderte Einstellung zum Keuschheitsideal eine neue Sichtweise auf dieses Lebensstadium einer Frau provozierte. Der Blick auf den Witwendiskurs wird durch die Analyse von Schwänken ergänzt, weil sich in der Schwankfigur «Witwe» Wissenselemente über Witwenschaft manifestieren, die in pragmatischen Texten kaum zu finden sind.
Aus dem Inhalt: Der Witwenstand als weibliche Lebensform – Das Klassifikationsmodell Jungfrau - Witwe - Eheleute – Die Witwe als hinterbliebene Ehefrau – Der Witwenstand in der Predigt – Von der ê von (Pseudo)-Bertold von Regensburg – Das Witwenbuch des Erhart Groß – De institutione feminae christianae von Juan Luis Vives in der deutschen Übersetzung von Christoph Bruno – Kleine Lehrtexte über den Witwenstand – Der Witwenstand in protestantischen Schriften – Der Witwenstand in Erzähltexten.