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Autorhetorik

Zur Konstruktion weiblicher Autorschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert

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Corinna Heipcke

Die deutschsprachige Literatur des ausgehenden 18. Jahrhunderts ist unter anderem für ihre Überhöhung des Dichter-Genies bekannt. Für Autorinnen sah die Situation jedoch anders aus. Zum einen bedeutete ihr Eintritt in die literarische Öffentlichkeit eine Grenzüberschreitung. Zum anderen beschrieben die neuen Modelle literarischer Kreativität das Genie als männlich. Frauen, so glaubten viele, seien zu genialischem Schaffen weniger oder gar nicht fähig. So wurde weibliche Autorschaft zum Paradoxon definiert. Dennoch drängten immer mehr Autorinnen auf den literarischen Markt. Für sie wurde die Begründung ihrer Autorschaft zum vordringlichen Problem. Wie sie dieses Problem lösten und wie sie den Vorstellungen vom Autor als Genie Konstruktionen weiblicher Autorschaft und des ‘weiblichen Genies’ entgegensetzten, zeigt Corinna Heipcke in ihrer Untersuchung.
Aus dem Inhalt: Autorschaft als soziales Konstrukt im 18. Jahrhundert – Die Konstruktion weiblicher Autorschaft und die Etablierung einer Autorinnenfunktion – Weibliche Autorschaft in zwei Erzähltexten des ausgehenden 18. Jahrhunderts – Werke bekannter Autorinnen und Autoren sowie zugesandte Schriften in drei Frauenzeitschriften des ausgehenden 18. Jahrhunderts – Vom Genie zum ‘weiblichen Genie’: Die Selbstdarstellungen der Lyrikerinnen Anna Louisa Karsch, Philippine Engelhard und Susanne von Bandemer – Ein Gegendiskurs und die Frage nach den Folgen.