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Die Bankiers von Jacquier & Securius 1933-1945

Eine rechtshistorische Fallstudie zur «Arisierung» eines Berliner Bankhauses

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Henning Kahmann

Im Januar 1933 hatte das Berliner Bankhaus Jacquier & Securius drei Inhaber jüdischer Abstammung. Das traditionsreiche Institut wurde daher bald Ziel staatlicher Repressionen. So erzwang die Reichsbank bereits 1934, dass ein jüdischer Inhaber durch einen «arischen» ersetzt wurde.
Im März 1938 übernahm Richard Lenz das Geschäft. Die Deutsche Bank, für die Eduard Mosler und Hermann Josef Abs verhandelt hatten, beteiligte sich mit einer stillen Einlage. Es wird erörtert, ob Lenz und die Deutsche Bank die Zwangslage der jüdischen Bankiers ausgebeutet haben (§ 138 BGB). Besonderes Augenmerk gilt den Biographien der beteiligten Bankiers, vor allem der des NSDAP-Mitglieds Richard Lenz, der enge Kontakte zu Reichswirtschaftsminister Funk und zu Börsenpräsident Friedrich Reinhart pflegte und zugleich illegal Juden beschäftigte.
Aus dem Inhalt: «Arisierung» eines Berliner Bankhauses – Repressionen durch die Reichsbank schon 1934 – «Behandlung» jüdischen Vermögens – Zahlreiche bisher unbekannte Quellen – Reichsgruppe Banken – Gleichschaltung des Berliner Börsenvorstands.