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Das Deutsche Reich ist eine Republik

Beiträge zur Kommunikation und Sprache der Weimarer Zeit

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Horst Dieter Schlosser

In 17 Beiträgen zu exemplarischen Themen und prominenten Personen der Weimarer Republik werden die politischen, kulturellen, und sprachlichen Folgen des Umbruchs von 1918/19 untersucht, der einen nur schwer zu leistenden Abschied von jahrhundertelang eingeübten Verhaltensmustern bedeutete. Darum auch das Schwanken zwischen reaktionären oder restaurativen Tendenzen und demokratisch fortschrittlichen Zukunftsentwürfen in Literatur, Sprache, Bildender Kunst und Werbetheorie. Das thematische Spektrum reicht von den Versuchen, das Erlebnis des 1. Weltkriegs sprachlich zu bewältigen, über neue Ansätze der Frauenbewegung bis hin zur Berliner Kabarettszene. Die Analysen werden zentriert um den geradezu programmatischen inneren Widerspruch von Art. 1 der Weimarer Verfassung: «Das Deutsche Reich ist eine Republik».
Aus dem Inhalt: Horst Dieter Schlosser: Einleitung: «Das Deutsche Reich ist eine Republik». Vom inneren Zwiespalt des Weimarer Staates – Eva Tripp: «Fürsten des Grabens». Sprachliche Bilder in Ernst Jüngers «In Stahlgewittern» – Maria Brandi/Nicole Lehmann: «Unsere durchsiebten, durchlöcherten Seelen». Krieg und Kampf in sprachlichen Bildern bei Erich Maria Remarque, «Im Westen nichts Neues» – Sibylle Pausch: Militarismen eines Pazifisten. Sprachliche Beobachtungen zu Erich Kästners Buch und Film «Emil und die Detektive» (1929/31) – Lars Schewe: «Der uns aufgezwungene Weltvertrag». Die Presse zum Frieden von Versailles – Horst Dieter Schlosser: Von der Selbstregierung zum einheitlichen Willen der Nation. Die Antrittsreden von Ebert und Hindenburg 1919 und 1925 – Andreas Krämer: «Fort mit Erzberger!» - «Knallt ab den Walther Rathenau!» Zwei politische Morde im Spiegel der Presse – Dominique Nutolo: Die Sprachlosigkeit einer Epoche. Die Vorstellungen von Wirtschaft in der öffentlichen Auseinandersetzung – Pia Senft: «Aufruf zu völkischem Selbstbewußtsein und nationaler Tat». Schlüsselbegriffe in Arthur Moeller van den Brucks «Das dritte Reich» – Kathrin Höhl: Der demokratisierende Aristokrat. Thomas Manns Rede «Von Deutscher Republik» – Eva Hübner: «Vernichtung lebensunwerten Lebens». Eine Programmschrift von 1920/22 – Susanne Schlitt: Sprachliche Innovationen bei Agnes von Zahn-Harnack, «Die Frauenbewegung» (1928) – Frank Stern: «Sehnsucht nach Synthese». Thesen zum Neuen Bauen bei Peter Behrens – Melanie Bernhardt: «Der neue Bau der Zukunft». Leitbegriffe der Kunstpädagogik in Grundsatztexten des Bauhauses – Katharina Hohaus: Sprachkunst als Waffe. Positionen und Arbeit des Agitproptheaters – Susanne Barth/Tim Zühlke: Tucholskys Waffe. Thematische und sprachliche Beobachtungen an den Sprachglossen von Kurt Tucholsky – Elke Heidl: «Sie! Sag’n Sie mal: Kann ick Ihr Mitleid pachten?» Beobachtungen zu Form und Sprache in Friedrich Hollaenders Chansonzyklus «Lieder eines armen Mädchens» – Annette Nierhaus: Eine neue Orientierung der Reklame. Werbung zwischen Kunst, Psychologie und Handwerk.