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Jenseits der rassistischen Grenze

Die Wahrnehmung Afrikas bei Johann Gottfried Herder im Spiegel seiner Philosophie der Geschichte (und der "Geschichten" anderer "Philosophen")

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Arno Sonderegger

Den Brennpunkt der vorliegenden Studie bildet das Afrika-Bild des Universalgelehrten J.G. Herder (1744-1803). Erstmals wird es vor dem Hintergrund seines Geschichtsverständnisses analysiert. Zugleich stellt ein in die Tiefe gehender Vergleich mit den Afrika-Bildern und Geschichtsphilosophien Kants und Hegels die Besonderheit – und Zukunftsträchtigkeit – von Herders Ansatz plastisch dar. Die Frage nach Wahrnehmung und Beurteilung des Fremden, des Anderen strukturiert die Behandlung. Wird er im einen Fall in eine rassistische Nomenklatur eingefügt und dadurch aus dem Bereich der eigenen Wirklichkeit ausgeschlossen, weist die andere Sicht die Unangemessenheit rassischer Taxonomien nach. Sie integriert den Anderen in die bekannte und anerkannte Wirklichkeit. So wird eine falsche Differenz aufgehoben, ohne der Vielfalt Abbruch zu tun. Die Aktualität dieser Philosophie ist immens. Nicht zuletzt ist sie Herders Werk.
Aus dem Inhalt: Zur Genese der Moderne und des wissenschaftlichen Rassismus – Herders Evolutionstheorie – Das Klima und die genetische Kraft – Die Kette der Wesen und ihre Historisierung – Afrika innerhalb der Menschheitsgeschichte Herders – Möglichkeitstheorie und Geschichtstheologie: zwei Seiten der Humanitätskonzeption – Vom kulturellen Zentrismus zum Rassismus – Kant und seine Herder-Rezension – Hegels Philosophie der Geschichtslosigkeit – Zum Nationalismus – Zum Identitätsdiskurs – Das absolutistische Gespenst.