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Textualität und Rhetorizität

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Kálmán Kovács

Davon ausgehend, daß der literarische Text grundsätzlich Text rhetorischen Charakters ist, daß gelegentlich auch der wissenschaftliche Text eine Art Narration ist, wie es etwa neuere Diskurse der kulturellen Anthropologie (Clifford, Crapanzano) und der Geschichtsschreibung (White) überzeugend behaupten, werden im vorliegenden Konferenzband Texte besprochen, die in traditioneller Lektüre als Kommunikate, als Ausdruck existentieller Erlebnisse eines Subjekts gelesen wurden, oder solche, die Schicksalsfragen und Selbstbilder von Nationen und konfessionellen Gemeinschaften formulieren. Die Referenten zeigen dabei das Spannungsfeld zwischen kommunikativer Funktion und Rhetorizität literarischer Texte. Die so gestellte Frage berührt auch das Problem der Autorschaft, wirkt gegen inhaltlich orientierte Sinnbildungen am Text und richtet zugleich den Blick auch auf die referentielle Funktion der Rhetorizität.
Aus dem Inhalt: Hans-Georg Kemper: «Wie lacht die Flur!» - «Wo lacht die Flur?». Intertextualität und historische Konstellation in Lenz‘ Sesenheimer Erlebnislyrik – István Bitskey: Ekklesiologie und Gattungsspezifische Rhetorik in den Schriften des Erzbischofs Péter Pázmány – Csaba Szabó: Anfangenden. Untersuchungen am Rande von Hölderlins Elegienentwurf. Der Gang aufs Land. An Landauer – Kálmán Kovács: Heinrich Heine oder Die Lüge in außermoralischem Sinne – Erzsébet Berta: «Die ewige Metamorphose». Referentialität und Autoreferentialität als Verständnisgrundlagen für Rilkes Stundenbuch – Zoltán Szendi: Ritter, Mädchen, Dichter - in doppelter Perspektivierung in dem «Buch der Bilder» Rilkes – Tamás Lichtmann: Das Dialogische Prinzip der Literatur: Am Beispiel von Franz Kafka – Walter Fanta: Gespräche über Liebe. Robert Musils letzte Liebesgeschichte – Klaus Bonn: Zettel - Zu einem Vers von Johann Wolfgang Goethe und einem Gedicht von Gottfried Benn – Eszter Pabis: Wilhelm Tell für die Schule: die Rhetorik der nationalen Sinnkonstruktion – Karl Katschthaler: Leben und Literatur. Grenzverwischungen zwischen fiktionalem und autobiographischem Raum.