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Literatur im Zeugenstand

Beiträge zur deutschsprachigen Literatur- und Kulturgeschichte- Festschrift zum 65. Geburtstag von Hubert Orłowski

Series:

Edward Bialek, Manfred Durzak and Marek Zybura

Freunde und Kollegen aus Nah und Fern ehren mit dieser Festschrift Leben und Werk Hubert Orłowskis, eines Gelehrten, der – eine der markantesten Gestalten in der internationalen scientific community der Germanisten – seit Jahrzehnten die Entwicklung der polnischen Germanistik und des polnisch-deutschen Kulturdialogs maßgeblich beeinflußt. Dem Zeitgenossen des «Jahrhunderts der Extreme» und Interpreten des bürgerlichen Humanismus in Th. Manns «Doktor Faustus» – dem deutschesten der Bücher des 20. Jh. – ist die sozialpolitisch relevante Dimension der Literatur, die Menschen und Zeiten in den Zeugenstand ruft, die zentrale Komponente. Als Philologe betrachtet er nicht nur das von der Literatur Behandelte, sondern auch die Literatur selbst als Zeugen ihrer Zeit. Im Spannungsfeld dieses Doppelverständnisses von «Literatur im Zeugenstand» sind die Beiträge des Bandes angesiedelt.
Aus dem Inhalt: Marek Zybura: Laudatio – Izabela Surynt: Posener Deutsche Bibliothek – Günter Grass: Große Unke. Für Hubert Orłowski – Christa Wolf: Lieber Hubert Orłowski – Martin Walser: Sehr verehrter Herr Orłowski – Ralph Giordano: [Grußadresse] – Peter Horst Neumann: Im Walfischbauch – Matthias Politycki: Hymne auf den wilden Osten – Günter Kunert: Fritz – Karl Dedecius: Lieber Hubert Orłowski – Uwe-K. Ketelsen: Ein Blick von der Cheopspyramide. Hans Paasches Bild vom kolonialen Afrika – Johannes Hoffmann: Die Masuren und Posener Polen als Erwerbsmigranten (ca. 1875 - ca. 1930) im kollektiven Gedächtnis des Ruhrgebiets heute – Andreas Lawaty: Das Erinnern einer kulturellen Nachbarschaft. Andrzej Brauns Hundsfeld (1997) im Lodz vor 1939 – Jochen Strobel: ‘Bewegung’ und ‘Stillstand’ in Leni Riefenstahls Film Triumph des Willens – Krzysztof A. Kuczyński: Lauter Unklarheiten. Zu Marcel Reich-Ranickis Londoner Jahren 1948-1949 – Krzysztof Ruchniewicz: Die Missionen von Berthold Beitz in Polen Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre. Der Versuch einer neuen Politik der bundesdeutschen Führung oder nur ein Manöver? – Anna Wolff-Powęska: Rechtsextremismus in Europa – Robert Traba: Gedächtnisfalle. «Vertreibung» als Katalysator im Verständigungsprozeß zwischen Deutschen und Polen? – Viktor Žmegač: Geschichte und Geschichtsphilosophie im modernen Drama – Krzysztof Lipiński: «O was sind wir Großen auf der Woge der Menschheit?» Mechanismen der Macht in Goethes Egmont – Horst Denkler: Das Geheimnis der ‘Königlichen Kunst’. Freimaurerei in der Literatur der deutschen Klassik – Hubertus Fischer: «Vom polnischen Kriegsschauplatze». Der Januaraufstand 1863 im Münchener Punsch und im Kleinen Reaktionär – Jens Stüben: «Wen die Nehrung geweiht hat, der taucht tiefer in alle Schächte». Walther Heymanns Ästhetisierung der ostpreußischen Geschichtslandschaft – Erhard Schütz: Romantik der Sachlichkeit. Die Marke Remarque, Ernst Jüngers Lehren und die rechten Konsequenzen daraus – Jürgen Joachimsthaler: Politisierter Ästhetizismus. Zu Thomas Manns Mario und der Zauberer und Doktor Faustus – Michael Rohrwasser: Erich Fried und Elias Canetti – Leszek Żyliński: Zwischen Europa und Nation. Der Europa-Gedanke deutscher Schriftsteller in den ersten Nachkriegsjahren – Jan-Pieter Barbian: Geschichte(n) mit tödlichem Ausgang. Der Zweite Weltkrieg in den Romanen von Gert F. Ledig – Klaus Werner: Revolution und Götzendienst. Zu den Romantrilogien Wie eine Träne im Ozean von Manès Sperber und Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss – Dietmar Goltschnigg: Dürrenmatts Tragikomödie Achterloo. Ein Stück Welt- und polnischer Zeitgeschichte – Joanna Jabłkowska: Zwischen Engagement und Resignation. Günter Grass‘ Deutschland-Publizistik der 90er Jahre – Walter Schmitz: «... die Ängste spielten sich als Wünsche auf». Zu Theresia Walsers Theaterstück Die Heldin von Potsdam – Beatrix Müller-Kampel: Verboten, vertrieben, vergessen. Das totale Theater des Joseph Felix von Kurz am Beispiel der Bernardoniade «Die fünf kleinen Luft-Geister» – Kurt Bartsch: «Nicht gerade besonders vornehm». Zu Ödön von Horváths Hörspielversuchen. Mit einer persönlichen Anmerkung und marginalen Beobachtungen zur Aktualität des Autors – Helmut Peitsch: «Der Schriftsteller muß seine Ideen zu modifiziren suchen, wie es der gnädigste Herr wünscht!» Das Problem der Debattierbarkeit von Volkssouveränität in der Rezeption von Thomas Paines Die Rechte des Menschen – Marijan Bobinac: Julius von Gans-Ludassy.