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Bilderwelt und Lebenswirklichkeit

Eine soziologische Studie über die Rolle privater Fotos für die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens

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Stefan Selke

Die Rolle privater Fotos wird oft einzig darin gesehen, Erinnerungen zu bewahren. Soziologische Erklärungsansätze über die biografische Bedeutung von Fotos fehlen bisher. Um diese Lücke zu schließen, wurde ein Instrumentarium entwickelt, das der Besonderheit privater Fotos als visuellen Dokumenten gerecht wird. In qualitativen Fallstudien erhielt der Autor Einsicht in private fotografische Sammlungen. Durch die Interpretation von Selbstinterpretationen der Bildbesitzer wurde die Sinnwelt der privaten Fotos erschlossen und eine valide Typologie der Gebrauchs- und Bedeutungsweisen von Fotos konstruiert. Neben der Visualisierung einer Biografie liefern Fotos übergreifend die Evidenz für die Vorstellung vom eigenen guten Leben – oft im Kontrast zu den wahren Fakten. Im postfotografischen Prozess werden so aus begreifbaren Oberflächen und industriellen Erzeugnissen, hochgradig verdichtete symbolische Zeugnisse.
Aus dem Inhalt: Die verborgenen Bedeutungen privater Fotos – Private Fotos als Untersuchungsgegenstand – Fotos als Medium der empirischen Sozialforschung – Realisierbarkeit empirischer Studien zu privater Fotografie – Die fotografische Handlungsfolge – Entstehungsbedingungen subjektiver Sinnkonstruktionen – Typologie der Nutzungsweisen privater Fotos – Gelungenes Leben als Ergebnis von «Arbeit» am Foto – Die gesellschaftliche Relevanz visueller Repräsentation.