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Identitäten

Erfahrungen und Fiktionen um 1800

Series:

Gonthier-Louis Fink and Andreas Klinger

Der Band widmet sich erfahrenen und imaginierten, kollektiven und individuellen Identitäten und Identitätskonzepten der politischen und gesellschaftlichen Umbruchszeit um 1800. Diese strukturellen Phänomene und ihre Veränderungen werden hier aus der Perspektive unterschiedlicher Fächer von der Mitte des 18. bis ins 19. Jahrhundert verfolgt. Im Mittelpunkt der in die Themenbereiche Nation, Kultur, Geschlecht und Institutionen gegliederten Aufsätze stehen das Alte Reich und die deutsche Literatur. Da die französischen Verhältnisse die Vorstellungs- und Erfahrungswelten der Deutschen zu dieser Zeit prägten, werden allerdings auch sie häufig thematisiert. Die Studien zeigen, daß der politische und gesellschaftliche Wandel nicht nur zu Krisenerfahrungen führte, sondern auch neue, bislang kaum denkbare Identitätsprägungen ermöglichte. Fiktionen und Erfahrungen begleiten diesen Prozeß, indem sie einander bedingten oder auch widersprechend aufeinander einwirkten.
Aus dem Inhalt: Gonthier-Louis Fink: Die Problematik der französischen nationalen Identität in der Zeit des Umbruchs zwischen Ancien Régime und Thermidor (1750-1794) – Georg Schmidt: Staat, Nation und Universalismus: Weimar-Jena als Zentrum deutscher Identitätssuche im späten Alten Reich – Klaus Ries: Die Fiktion des deutschen Nationalstaates als modernes Phänomen – Ruth Florack: Friedrich Schlegels Zeitschrift «Europa» – Albert Meier: «Mit tiefem Trauergefühl als deutscher Mann». Johann Gottfried Seumers paradoxe ‘Deutschheit’ – Martin Krieger: Patriotismus-Diskurs und die Konstruktion kollektiver Identitäten in Hamburg im Zeitalter der Aufklärung – Jutta Heinz: Kulturelle Identität als «Einheit in der Mannigfaltigkeit». Zur Begriffsgeschichte von Kultur und Identität und literarischen Identitätskonzepten um 1800 – Klaus Manger: Dichter und Schriftsteller im Ereignis Weimar Jena: Bürger und Weltbürger – Michael North: Konsum und kulturelle Identität – Werner Greiling: Verlagsprogrammatik und kulturelle Identität bei Friedrich Justin Bertuch – Michael Maurer: Konfessionelle Identität um 1800 – Thomas Bach: Deutsche und französische Naturlehre um 1800: Identitäten oder Rezeptionsidentitäten? – Olaf Breidbach: Rezeptions-Identitäten: Naturwissenschaftslehre in Jena um 1800 – Siegrid Westphal: Geschlecht und Nation um 1800 im Alten Reich: Traditionslinien und Wandel – Astrid Ackermann: Eine nationale Aufgabe - Mode und Kommerz – Heide Hollmer: «Warum ward ich kein Mann!». Karoline von Günderrodes ‘ironische’ Weiblichkeit – Andrea Heinz: Identität und Rollenverständnis im Leben und auf der Bühne. Die Autobiographie der Schauspielerin Caroline Schulze-Kummerfeld (1745-1815) – Hans-Werner Hahn: Städtische Traditionen und bürgerliche Interessenpolitik: Zum Wandel städtischer Identität zwischen 1770 und 1830 unter besonderer Berücksichtigung des Ereignisraumes Weimar-Jena – Wolfgang Burgdorf: Reichsstaatsrecht und Geschichtswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der letzten Generation der Regensburger Reichstagsgesandten – Andreas Klinger: «Elite der Menschheit»? Identität und Selbstverständnis im studentischen Konstantistenorden.