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Wie kommt die Ökologie zu ihren Gegenständen?

Gegenstandskonstitution und Modellierung in den ökologischen Wissenschaften.- Beiträge zur Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie in der Gesellschaft für Ökologie vom 21.-23. Februar 2001 im Kardinal-Döpfner-Haus Freising (Bayern)

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Achim Lotz and Johannes Gnädinger

Die Gegenstände der Ökologie können nicht als voraussetzungslos gegeben begriffen werden. Sie sind vielmehr Ergebnis vielschichtiger Konstitutionsprozesse und hängen maßgeblich von den zu Grunde gelegten Naturbegriffen ab. Gemeinsam ist diesen die im abendländischen Denken verwurzelte Konzeption von «Natur» als Ort der «Nicht-Kultur». Die ökologischen Wissenschaften sind bei der Bearbeitung der als ökologische Krisenphänomene formulierten gesellschaftlichen Problemlagen aufgefordert, Wissen darüber zu erarbeiten, inwieweit «Natur» belastbar ist, wie sie gestaltet werden kann und mit welchen Techniken sie dauerhaft nutzbar bleibt. Die vorrangig auf der dichotomen Trennung von Natur und Kultur basierenden naturwissenschaftlich-technischen Lösungsstrategien werden jedoch zunehmend problematisch. Vor diesem Hintergrund werden in dem Buch Fragen der Gegenstandskonstitution, der Modellierung und Theoriebildung in der ökologischen Forschung behandelt.
Die Beiträge gehen auf eine Tagung des Arbeitskreises Theorie in der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) zurück. In ihrer Mehrzahl gehen sie von der Notwendigkeit der Rekonstruktion dessen aus, was wir alltagssprachlich als «Natur» bezeichnen. Die Perspektiven, die in diesem Band ausgebreitet werden, reichen von historisch und wissenschaftssoziologisch motivierten Arbeiten über wissenschaftsphilosophische Beiträge bis hin zu neuen theoretisch-methodologischen Konzepten in der Ökologie sowie in der sozial-ökologischen Forschung.
Aus dem Inhalt: Achim Lotz/Johannes Gnädinger: Vorwort – Achim Lotz: Von der ‘ökologischen Krise’ und ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung – Michael Weingarten: Überlegungen zur reproduktionstheoretischen Bestimmung gesellschaftlicher Naturverhältnisse – Karl-Heinz Simon: Gesellschaft-Umwelt-Interaktionen im Modell: Ausgewählte sozial-ökologische Konzepte und Operationalisierungen – Engelbert Schramm: Ein neues Konzept zur Analyse sozial-ökologischer Transformationen – Stefan Körner/Annemarie Nagel: Wie kommt der Naturschutz zu seinen Gegenständen? Fachhistorische und umweltethische Aspekte des gegenwärtigen Akzeptanzproblems – Daniel Haag/Gunda Matschonat: Zur Abgrenzung ökologischer Wissenschaft und ihrer Gegenstände: Reinigung oder Hybridisierung, Schließung oder Öffnung – Uta Eser: Zwischen Wissenschaft und Gesellschaft: Ökologische Gegenstände als Grenzobjekte – Heidrun Hesse: Zur Konstitution naturwissenschaftlicher Gegenstände - insbesondere in der Biologie – Ulrich Eisel: Leben ist nicht einfach wegzudenken – Thomas Kirchhoff: Der Organismus - zur ‘metaphysischen Konstitution’ eines empirischen Gegenstandes – Angela Weil: Der Organismus als Modell synökologischer Einheiten - Eine Diskussion verschiedener Begriffe von Organisation – Johannes Gnädinger: Organismenzentrierte Rekonstruktion funktionaler Grenzen von synökologischen Einheiten – Astrid E. Schwarz: Gegenstandsbildung durch Kurven-Bilder: Eine historische Rekonstruktion der Visualisierung des «ökologischen Sees».