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Erinnerung und kollektive Identitäten

Zur Wahrnehmung der Kriegsvergangenheit im englischen Roman der Gegenwart

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Sabine Birchall

Diese Arbeit ist das Ergebnis einer soziopsychologisch informierten Lektüre von Romanen der 80er und 90er Jahre, die hier erstmals unter dem Begriff der Erinnerungsromane kategorisiert werden. In ihnen erscheint die Thematik der zwei Weltkriege aus der erinnernden Schau der Romanfiguren perspektivisch entfaltet, statt wie im traditionellen historischen Roman unmittelbar und naturalistisch präsentiert zu werden. Im Fortgang der Analyse werden dabei Wahrnehmungsperspektivierungen und -stereotypisierungen herausgearbeitet, die Rückschlüsse auf einen zunehmend kritischeren Umgang der Autoren mit der eigenen nationalen Identität erlauben.
Aus dem Inhalt: Reale und fiktive Erinnerung als Teil des Identitätsentwurfs (P. Barker, The Man Who Wasn’t There) – Kollektive Erinnerung als Summe und Synthese individueller Traumatisierungen (P. Barker, Regeneration Trilogy) – Identitätsverlust durch traumatisiertes Erinnern (M. Amis, Time‘s Arrow) – Geschichte als Summe von Einzelerinnerungen (J. Barnes, Staring at the Sun) – Geschichte als Sediment kollektiver Erinnerungen (I. McEwan, Black Dogs) – Familiäre Konstruktion von Identität durch Vergangenheitsbewältigung (G. Swift, Shuttlecock) Das Scheitern kollektiven Erinnerns an der Komplexität von Geschichte (G. Swift, Out of this World) Bleibende Sehnsucht nach Erinnerung und ihre Bedeutung für die Gestaltung kollektiver Lebensentwürfe (S. Faulks, Birdsong).