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Untersuchungen zum Problem der Erlebten Rede

Der ursächliche Kontext der Erlebten Rede, dargestellt an Romanen Robert Walsers

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Jean-Maurice Martin

Die Erlebte Rede, vor der Jahrhundertwende von Grammatikern entdeckt, ist bis heute eine der umstrittensten Darstellungsformen der Epik geblieben. Ihr Name ist nicht treffend, grammatisch ist sie kaum einzuordnen und ihre Stilwirkung ist die Zweideutigkeit. Gleichsam absichtslos verwischt die Erlebte Rede die Grenze zwischen Bericht und Personenrede, und löst den Gegensatz von Erzähler und Figur auf. In der vorliegenden Untersuchung will der Autor dem zwiespältigen Charakter dieses impressionistischen Stilmittels beikommen, indem er den sprachlichen und literarischen Bedingungen erlebter Redeformen nachspürt und deren Ursprung im Kontext der Erzählung zu ergründen versucht. Robert Walser, wie bezaubert von der Frage nach der Identität seiner Romanhelden und vom Rollenspiel mit ihnen, hat auf unnachahmliche Weise die Erlebte Rede bis in die feinsten Schattierungen ausgemalt. Die Bewunderung für seine Kunst gab den Anstoss zu dieser Arbeit.
Aus dem Inhalt: Begriffsbestimmungen und Deutungsversuche der Erlebten Rede - Das historische Umfeld - Subjekt-Objekt-Struktur in der Epik - Strukturänderung durch Identifikation - Erlebte Rede als Identifikationsprozess - Übergänge zur Ich-Erzählung - Der Innere Monolog - Erlebte Rede bei Robert Walser.