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Derogation des Maßgeblichkeitsprinzips im Einkommensteuerrecht?

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Volker Versin

Das in § 5 Abs. 1 S. 1 EStG verankerte Prinzip der Maßgeblichkeit der handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung für die steuerliche Gewinnermittlung steht in jüngerer Zeit verstärkt unter Beschuß. Insbesondere die Legislative schränkt den Geltungsbereich des sogenannten Maßgeblichkeitsgrundsatzes durch spezielle Regelungen vorwiegend in den §§ 5-6a EStG fortwährend ein. Gegenstand der Arbeit ist die Untersuchung dieser Durchbrechungen mit Blick auf ihre Vereinbarkeit mit den handelsrechtlichen Bilanzierungsprinzipien. In Anbetracht des wachsenden Einflusses des europäischen Bilanzrechts und internationaler Rechnungslegungsstandards auf die nationale Bilanzkultur stellt sich die Frage, ob von der Geltung des Grundsatzes der Maßgeblichkeit unter diesen geänderten Koordinaten überhaupt noch gesprochen werden kann, respektive ob das Prinzip noch eine nationale Zukunft hat.
Aus dem Inhalt: Geltungsbereich des Maßgeblichkeitsprinzips – Legislative Durchbrechungen insbesondere im Rückstellungsbereich – Verweis auf die handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung als reines «Lippenbekenntnis» – Verbleibende Rechtfertigung und Zukunft des Maßgeblichkeitsgrundsatzes.