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Auskunftsansprüche im griechischen Zivilrecht

Auswirkungen im deutsch-griechischen Rechtsverkehr sowie im deutschen internationalen Privat- und Verfahrensrecht

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Vassiliki Myller-Igknay

Ziel der Arbeit war es, die durch das Fehlen normierter Auskunftsansprüche im griechischen materiellen Recht eintretenden Disharmonien bei Auslandsfällen, in denen der deutsche international zuständige Richter griechisches Sachrecht anwendet, zu untersuchen und mögliche Lösungen zu entwickeln. Es werden die Auskunftsansprüche in beiden Rechtsordnungen rechtsvergleichend dargestellt und nach der Feststellung der Unterschiede werden sowohl in der Theorie als auch in der Praxis die Ergebnisse im Blickwinkel der Theorie der postmodernen Rechtsvergleichung analysiert. Schließlich werden für die Disharmonien Lösungsmöglichkeiten im internationalen Privatrecht gesucht. Als Fazit kann festgestellt werden, daß das Informationsbedürfnis des Auskunftsbegehrenden durch die Anwendung des griechischen materiellen Rechts einschließlich der Gesetzesanalogien und des Auskunftsanspruchs aus Treu und Glauben ausreichend gedeckt ist und somit der deutsche international zuständige Richter sich nicht mit der Problematik der Anpassung zu befassen braucht. In Ausnahmefällen wird ein Rückgriff auf den ordre public erforderlich sein und es werden kaum Fälle vorkommen, in denen ein Normenmangel hingenommen werden muß.
Die Autorin: Vassiliki Myller-Igknay, geboren 1971 in Athen, besuchte die Deutsche Schule in Athen und studierte von 1989 bis 1995 Rechtswissenschaften in Heidelberg und Athen. Sie legte das Erste Staatsexamen 1995 in Heidelberg und das Zweite Staatsexamen 1997 in Stuttgart ab. Die Autorin promovierte von 1998 bis 2002 auf dem Gebiet des Internationalen Privat- und Verfahrensrechts und der Rechtsvergleichung an der Universität Heidelberg. Von 2000 bis 2002 belegte sie ein berufsbegleitendes Studium der Mediation an der Fernuniversität Hagen. Seit 1998 ist sie als Rechtsanwältin in Frankfurt am Main tätig.