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Das Märchen vom Volksmärchen

Jean-François Bladé und die "Contes populaires de la Gascogne</I> - Problematik einer Märchensammlung des 19. Jahrhunderts

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Maria Anna Steinbauer

Da die wissenschaftliche Theoriebildung zum Märchen sich weitgehend auf Textsammlungen stützt, die in den Jahren zwischen 1850 und 1900 entstanden sind, und zu denen bisher kaum kritische Monographien vorliegen, wird hier der Versuch unternommen, sich in exemplarischer Weise mit einem solchen Textkorpus auseinanderzusetzen. Die Analyse behandelt ihren Gegenstand dabei wie ein individuelles literarisches Produkt, indem sie das Werk als Ergebnis eines zeitgeschichtlich und persönlich bedingten Schöpfungsprozesses definiert; sie bringt Unsicherheiten und Probleme zur Sprache, die eine solche Märchensammlung in sich birgt, und die bisher ausserhalb der Grimm-Forschung kaum beachtet worden sind. Auch allgemeine Aspekte des Themas, etwa die Frage nach dem Ursprung und der Bewertung des Märchens, werden in die Problemstellung mit einbezogen. Das individuelle Beispiel macht dabei die generelle Fragwürdigkeit des traditionellen Volksmärchenbegriffs deutlich.
Aus dem Inhalt: Rezeption der Sammlung - Persönlichkeit und theoretische Positionen des Sammlers - Die Gewährsleute - Das Problem der Authentizität - Ausgewählte Aspekte der inhaltlichen Problematik.