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Schriftaneignung als Problemlösen

Analyse des Lesen(lernen)s mit Kategorien der Theorie des Problemlösens

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Peter May

Die Aneignung der Schriftsprache bedeutet für alle Kinder die Schöpfung einer qualitativ neuartigen Fähigkeit auf der Grundlage vorhandener Möglichkeiten. Wie bei jeder Art von Problemlösen müssen die bereits verfügbaren Kenntnisse und Fähigkeiten auf neue Weise zur Lösung des Schriftproblems verwendet werden. Durch die Betrachtung der Schriftaneignung als Problemlösen können wesentliche Ergebnisse der Denkpsychologie für die Erforschung der schriftsprachlichen Lernvorgänge nutzbar gemacht werden.
Der Erwerb der Schriftsprache wird umfassend und systematisch als Prozess des Problemstellens und Problemlösens dargestellt. In einer umfangreichen empirischen Untersuchung zum Lesenlernen wird gezeigt, dass individuelle Lernvorgänge mit Hilfe des Problemlösekonzepts differenziert beobachtbar sind. Aus der theoretischen und empirischen Analyse heraus wird ein Diagnoseschema zum frühzeitigen Erkennen von besonderen Schwierigkeiten beim Schrifterwerb entwickelt. Das Entstehen von Leseversagen und Legasthenie wird denkpsychologisch erklärt. Es werden Grundlagen für eine zu verändernde Didaktik des Erstleseunterrichts entworfen, nach denen schriftsprachliche Aneignungsvorgänge bei allen Kindern vielseitig angeregt werden können.
Aus dem Inhalt: Problemlösen - Schrifterwerb - Lesen - Erstleseunterricht - Legasthenie - Lesediagnose.