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Frauen als Volkshelden

Geschichtlichkeit, Legendenbildung und Typologie

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Sabine Wienker-Piepho

Für die volkskundliche Erzählforschung stellt sich bei allen Genres die Frage nach der Art der Transmission popularen Erzählguts; Volkeshelden-Patterns historischen oder fiktionalen Ursprungs unterliegen als Projektionen des Kollektivs ähnlichen Weitergabegesetzen wie Märchen, Lieder und Sagen und sind Gegenstand derselben. Weibliche Volkshelden sind in der Minderheit. In ihnen kristallisieren sich idealiter geschlechtsspezifische Rollenvorstellungen unserer Kultur. An einer überregionalen Gestalt wie Jeanne d'Arc lässt sich paradigmatisch das gesamte Spektrum möglichen weiblichen Volksheldentums aufzeigen. Ausserdem erlaubt die erneute Aktualität der Figur eine kritische Analyse herogenetischer Prozesse.
Aus dem Inhalt: Forschungsgeschichte der internationalen folkloristischen Herologie, Paradigma Johanna von Orléans - Definition des popularen Heroismus und Klassifikation und Typologie verschiedener Volkshelden und -heldinnen - Geschlechterdichotomie und ihr Spielraum in der Öffentlichkeit - Amazonismus - Elitäre und volkstümliche Tradierungskanäle - Attribute von Heroinen. Androgynie, Virginität und Hermaphroditismus, Emanzipationserscheinungen und Idolatriephänomene.