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Das Spiel des Stils

Interpretation von Goethes Stilbegriff vor dem Hintergrund von Schillers Spieltheorie

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Gabi Ziegler-Happ

In einem konstellativen Vergleichsverfahren zeigt die vorliegende Arbeit, dass jenes programmatische Desiderat aus Schillers Ästhetik, das Spiel des Menschen zu sich und der Welt zu ermöglichen, in Goethes Stilkonzept überzeugender noch formuliert ist als dort. Primär lässt sich dies an der Forderung nach einer Versöhnung von Natur und Geist, reflektiert im Verhältnis von Stoff und Form und in der Symbol-Allegorie-Auseinandersetzung, veranschaulichen. Verstehbar wird das Faktum erst, sieht man den Stil als klassischen Kunstbegriff in seinem Wechselverhältnis zu Goethes Naturkonzeption und darauf aufbauender Erkenntnis- und Wissenschafts«theorie» sowie seiner Lebenspraxis. Entsprechend der Verschränkung dieser drei Dimensionen von Goethes Weltdurchdringung im Begriff des Stils sind bei Schiller drei Perspektiven des Stils zu denken: die ästhetische, die geschichtsphilosophisch-politische und die anthropologisch-psychologische. In allen drei Dimensionen aber weist sich das Prinzip des «spielenden Stils», insofern es Ordnung aus Freiheit, aus Subjektivität bedeutet, als von akuter aktueller Relevanz aus.
Aus dem Inhalt: U.a. I. Stil: Beispiel «Iphigenie» - II. Spiel: Beispiel «Wilhelm Tell» - III. Das Spiel des Stils: 1) der spielende Goethe (Lebensmaxime, Einfluss auf Schillers Spieltheorie 2), das Spiel des Stils: (Versöhntheit von Natur und Geist 3), erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Verankerung des Spiels im Stil.