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Alban Berg und Karl Kraus

Zur geistigen Biographie des Komponisten der «Lulu»

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Susanne Rode-Breymann

Literatur spielte in Alban Bergs Leben eine dominante und sein Denken zu einem nicht geringen Teil prägende Rolle. Im Gesamtkomplex von Bergs literarischer Rezeption kommt seiner Auseinandersetzung mit der Wiener Autoren- und Künstler-Szene nach der Jahrhundertwende besondere Bedeutung zu; gleich wie man sich dieser Rezeption nähert, wird der Blick immer wieder auf einen Namen gelenkt: Karl Kraus, intellektueller Anführer im damaligen Wien, hatte für Berg den Rang einer zweiten Identifikationsfigur neben Schönberg, was im Sinne einer Dokumentarbiographie auf der Grundlage zumeist unveröffentlichter Briefe aus dem Umkreis von Berg aufgezeigt wird. Das damit verbundene Problem, wie das biographische Faktum auf die künstlerische Produktion eingewirkt hat, wird als ein mehrere Abstraktionsstufen durchlaufender Transformationsprozess greifbar, der aus Bergs beständiger Kraus-Rezeption schliesslich in die durch umfangreiches Skizzenmaterial belegte Konzeption der «Lulu» mündet.
Aus dem Inhalt: Kulturkritische Gedanken und Konzepte in den kulturellen Kreisen im späthabsburgischen Wien - Peter Altenberg, Adolf Loos, Karl Kraus und der Schönberg-Kreis - Alban Bergs «Fackel»-Rezeption - Zur Sprachähnlichkeit von Bergs Musik - Bergs produktive Kraus-Rezeption in Libretto und Komposition seiner Oper «Lulu».