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Das annullierte Individuum

Sozialisationskritik als Gesellschaftsanalyse in der aktuellen Frauenliteratur. Zu Texten von Frischmuth, Jelinek, Mitgutsch, Schutting, Schwaiger und anderen

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Johann Stangel

In der jüngsten historischen Entwicklung bilden gerade die Frauen eine der Gruppen, denen der Gesellschaftsprozess sowie die tradierten Rollen und Herrschaftsverhältnisse fragwürdig geworden sind. Unbestreitbarer Ausdruck dafür ist auch die ausgeprägte Präsenz von Autorinnen in der modernen Literatur. Unter den Einflussfaktoren auf die Themenbildung in der Frauenliteratur kommt der Sozialisationsproblematik besonderer Stellenwert zu. Eine rollensendende Gesellschaft teilt Erziehung in der Familie dominant der Frau zu. Zum anderen sind die Sozialisationsinstanzen grundlegend fragwürdig geworden. Familie, Schule, Medien werden als Institutionen attackiert, die angepasste und psychisch deformierte Individuen erzeugen. Durch die Analyse des engen Zusammenhangs von gesellschaftlich bestimmter Problematik und literarischer Gestaltung kann die generelle Definition von Frauenliteratur als politisch engagierter deutlich konkretisiert werden.
Aus dem Inhalt: Die Familie als Refugium vor dem gesellschaftlichen Druck - Das Kind als Opfer der sozial und emotional enttäuschten Mutter - Produktion und Sozialisation - Die Schule als Instrument der sozialen Kontrolle - Die Medien als Institution zur Koordinierung der gesellschaftlichen Realität und der Bedürfnisse.