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Die «Utopia» des Thomas Morus

Studien zur Rezeptionsgeschichte und zum Bedeutungskontext

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Jenny Kreyssig

Die umfangreiche wissenschaftliche Literatur zur Utopia zeigt: dieses Werk ist vorwiegend für vorgefasste Zielrichtungen des 20. Jahrhunderts herangezogen worden - nicht jedoch für die Absichten von Thomas More vor mehr als 470 Jahren. In dieser Studie wird aufgezeigt, dass die modernen Rezipienten verschiedener Fachrichtungen den Idealstaatsentwurf für die unterschiedlichsten Theorien, Weltanschauungen und politischen Strömungen vereinnahmten. Utopia aber, so die These des Buchs, ist das Produkt einer bestimmten realhistorischen Bezugswelt und in diesem Sinn zu interpretieren. Aus der Sicht des konservativ-christlichen Engländers des Humanismus war sein Nirgendwo ein konstruktives Wunschbild. Die Autorin stellt dar, wie der Moralist Morus (1478-1535) Alltägliches, Überliefertes und Neues hervorhob oder ausklammerte.
Aus dem Inhalt: Tendenzen der diversen Interpretationsrichtungen: satirisch, kommunistisch, ethisch-moralisch, humanistisch etc. - Die Utopia im Vergleich mit dem frühneuzeitlichen England: Ehe und Familie, Landwirtschaft und Handel, Alltagsleben, Stadtplanung, Besitz etc.