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Erinnerung und Erfahrung

Geschichtsphilosophie und ästhetische Erfahrung in Uwe Johnsons Jahrestagen

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Sigrun Storz-Sahl

Gegenwart und Erinnerung sind die zentralen Themen der «Jahrestage». Mit Benjamins Theorie der Erfahrung und Prousts Begriff der «unwillkürlichen Erinnerung» wird gezeigt, dass sich für Johnson geschichtliche Erkenntnis nur in der Auseinandersetzung von sinnlicher Erfahrung und Reflexion vollzieht. In der erzählerischen Aneignung der Vergangenheit gelingt es Johnsons Protagonistin, die sich selbst in einer instrumentalisierten Gegenwart fremd zu werden droht, den Anspruch der Vergangenheit gegenüber der Gegenwart offenzuhalten. Dabei bedeutet die Konstituierung des Subjekts eben auch den Entwurf einer politischen Utopie, selbst wenn sie nur im Vergangenen zu finden ist.
Aus dem Inhalt: U.a. Walter Benjamin: Die geschichtsphilosophischen Aspekte der Kritik - New York als Beispiel einer spätkapitalistischen Warengesellschaft - Proust: Der utopische Gehalt der unwillkürlichen Erinnerung - Johnsons «neue Grenze»: Sinnlichkeit oder Reflexion - Die Utopie vom sozialistischen Leben - Heimat als Konzept einer neuen Lebensform.