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Zum Begriff des Berufs in der Erziehungswissenschaft

Kritik und Rekonstruktion aus analytisch-empirischer Sicht

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Rudolf Luers

Eine analytisch-empirisch verfahrende Erziehungswissenschaft kann ihre Forschungsziele nur mit präzisen Begriffen erreichen. Diese Anforderung erfüllt «Beruf» als ein zentraler Begriff der Pädagogik trotz vielfältiger Deutungen in den letzten neun Jahrzehnten von verschiedenen nicht-analytischen Ansätzen aus nicht. Es wird daher, anknüpfend an die in der Begriffsgeschichte vorfindbaren Grundbedeutungen eines objektiven und subjektiven Berufsbegriffs, unternommen, «Beruf» als eine Relation zu fassen, in der individuelle Verhaltensvoraussetzungen und metafunktionale Anforderungen einer arbeitsteilig strukturierten Gesellschaft systematisch aufeinander bezogen sind. Das Ergebnis ist einerseits von essentialistischen wie historisch-politischen Bedeutungselementen mit ihren allzu häufig vorausgesetzten Wertungen befreit, und bietet andererseits den Vorzug, einen Zielbereich pädagogischen Bemühens in einem Begriff zu erfassen, der zudem, metrisiert, einer empirischen Verwendung in besonderen Weise gerecht wird.
Aus dem Inhalt: Die Fragwürdigkeit des Berufsbegriffs in der Pädagogik - Überkommene Ansätze nicht-analytischer Begriffskritik - Der Berufsbegriff unter dem Aspekt seiner Präzision - Die Präzisierung des Begriffs als Relation von Mensch und Welt - Überlegungen zur Angemessenheit des Explikats.