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Pierre Leroux - Sozialismus zwischen analytischer Gesellschaftskritik und sozialphilosophischer Synthese.

Ein Beitrag zur methodischen Erforschung des vormarxistischen Sozialismus

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Bärbel Kuhn

Im Hinblick auf ein wachsendes Interesse am Sozialismus vor Marx überrascht die Tatsache, dass Pierre Leroux (1797-1871), dem seine Zeitgenossen grösste Bewunderung entgegenbrachten, in der internationalen Forschung nur wenig Beachtung gefunden hat. Leroux' Absicht, die Prinzipien der französischen Revolution von der Theorie in die Praxis, von einer blossen Hoffnung in ein konkretes Programm zu überführen, mag zunächst nicht eben originell erscheinen. Viele seiner Zeitgenossen sahen hierin die historische Aufgabe ihrer Zeit. Doch wird der Verdacht auf Gemeinplatz sehr schnell zerstreut, wenn man weiss, dass Leroux gleichzeitig Ideen der Aufklärung, Forderungen des Liberalismus, sozialistische Ziele und ein neues religiöses Wertesystem in sein Programm für die Gesellschaft der Zukunft einzubringen versucht. Dabei hat sein zentrales Anliegen, die Lösung der Frage, wie die politischen, wirtschaftlichen und technischen Errungenschaften des 18. und 19. Jahrhunderts zu nutzen seien, ohne dass sie sich gegen die Menschen kehren, sondern vielmehr eine Chance bieten, die menschliche Existenz menschenwürdiger zu gestalten, bis heute nichts an Aktualität eingebüsst.
Aus dem Inhalt: Geschichts- und Gesellschaftstheorie Pierre Leroux' - Religionsverständnis - Sozialismus, z.B. im Vergleich mit Saint-Simon, Fourier, Proudhon, Blanc, Cabet, Marx.