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Freiheit zum Eigensinn

Eine empirisch-theoretische Untersuchung über subjektive Wertbildungs- und Umwertungsprozesse im Spannungsfeld von sozialkulturellen und gesamtgesellschaftlichen Strukturveränderungen

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Ilse Winter

Unter den Bedingungen des gegenwärtigen soziokulturellen Wandels stellt sich die Frage, wie diese Prozesse von den einzelnen verarbeitet werden. Anhand von qualitativen Interviews, die die Autorin mit einer Gruppe von jungen Männern aus einem traditionellen Arbeiterstadtteil Hannovers geführt hat, und aus lebendiger Milieukenntnis heraus werden subjektiv «eigensinnige» Formen der Realitätsverarbeitung - in all ihrer Ambivalenz - herausgearbeitet. Die verschiedenen Materialebenen - der makrosoziologische Rahmen und die empirisch-mikrologische Studie - werden in einem methodischen Wechsel zwischen analytischen und interpretierenden Verfahren einfühlsam ineinander verschränkt, so dass weder die analytische Präzision noch die besonderen Ausdrucksdimensionen der Gesprächspartner verloren gehen. Gerade in diesem laufenden Perspektivenwechsel liegt der besondere Reiz der Arbeit.
Aus dem Inhalt: Soziokultureller Wandel: Auflösung von Lebenszusammenhängen, Entfremdung, Fetischisierung und neue Freiheitsspielräume - Angewandte Hermeneutik als Verständigungsverfahren - Lebensentwürfe im Umbruch: zwischen kollektiven Bindungen und Individualisierungen.