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Frühes Lesenlernen als Prophylaxe des Leseversagens?

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Hilke C. Hein-Ressel

Die bedrückenden Berichte sowohl der Analphabeten wie auch der Legastheniker, die jahrelang in zeitaufwendigen, teuren Kursen Fördermassnahmen erhalten, gaben zu denken. Gleichzeitig provozierte die These von Emeny, dass frühes Lesenlernen späteres Leseversagen ausschliesst. Um diese These zu überprüfen, wurden aus einer Grundpopulation von 1008 gerade eingeschulten Erstklässlern alle Frühleser identifiziert und nach einem Jahr mit einer Kontrollgruppe verglichen. Es gab keine Leseversager unter den Frühlesern, und alle wiesen signifikant bessere Leseleistungen auf als die Kontrolleser. Eine Elternbefragung und Lehrerinterviews zum Thema runden das Bild ab. Ausserdem werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, das frühe Lesenlernen auch in Deutschland unbürokratisch und oft kostenlos einzuführen, auch durch Mütter und Kindergärtnerinnen. So könnte es möglich sein, den potentiellen Leseversagern und Analphabeten teure und zeitaufwendige Förderkurse zu ersparen und sie vor einem Scheitern in unserer technisierten Gesellschaft zu bewahren.
Aus dem Inhalt: U.a. Vorstudie und Hauptstudie mit Frühlesern und ihrer Kontrollgruppe zum Vergleich der Leseleistungen - Elterninterviews - Lehrerbefragung - Zusammenhang zwischen Analphabetenrate und Leselernbeginn in 15 Ländern - Leselehrmethoden auch für Vorschulkinder.