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Kants Postulatenlehre, ihre Rezeption durch Ernst Bloch und ihre mögliche Anwendung zur Interpretation des Buddhismus

Zur Unterscheidung zwischen postulatorischer Struktur und Postulats-Inhalten bei der Auflösung der Dialektik des praktischen Vernunftgebrauchs

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Jin Kim

Kants Postulatenlehre stand und steht im Kreuzfeuer der Kritik. Ihre Krisis wird in der Interpretation Schweitzers signifikant, der die Wichtigkeit der Postulatenlehre verkannt und ihr nur die Rolle eines aus der eigentlichen kantischen Gedankenreihe herausfallenden Elementes beigemessen hat. Die vorliegende Arbeit versucht dagegen aufzuzeigen, dass die Postulatenlehre innerhalb des kohärenten kantischen Gesamtwerkes eine fundierende und vermittelnde Leitfunktion hat. Ernst Bloch hat ihre Bedeutung neu entdeckt und hat seine Rezeption des kantischen Postulatismus in dem atheistischen Entwurf seiner Hoffnungsphilosophie transformativ verarbeitet. Nach dieser Blochschen Transposition der Postulatenlehre hat Schaeffler den Ansatz Blochs wiederum in den theistischen Kontext Kants zurücktransponiert. Es ist das Anliegen des Autors, für diese verschiedenen Arten der Transponierung der kantischen Postulatenlehre eine philosophische Legitimation zu finden, was durch die Entdeckung der Möglichkeit einer Unterscheidung zwischen der Struktur und den Inhalten postulatorischen Denkens gelingt. Diese Unterscheidung gestattet es dem Autor, die so abstrahierte, allgemeine postulatorische Denkmethode interpretativ auf das Denksystem des Buddhismus anzuwenden.
Aus dem Inhalt: Postulatenlehre, Moralphilosophie und Vernunftreligion bei Kant - Hoffnungsphilosophie und Meta-Religion bei Bloch - Postulatorisches Denken im Buddhismus - Postulatismus als allgemeine Methode der praktischen Philosophie.