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Pygmalion

Die Ikonographie eines Künstlermythos zwischen 1500 und 1900

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Andreas Blühm

Diese Arbeit versucht zum ersten Male, die künstlerischen Repräsentationen des Pygmalion-Mythos umfassend zu behandeln. Der sagenhafte Bildhauer, dessen Statue nach Ovid (Metamorphosen, Buch X) von Aphrodite zum Leben erweckt wurde, eignete sich wie keine andere Gestalt der antiken Mythologie als Identifikationsfigur bildender Künstler. Die vielseitige Art und Weise der Darstellung innerhalb der vier vergangenen neuzeitlichen Jahrhunderte spiegelt das wechselnde Selbstverständnis von Malern und Bildhauern. Der Moment der Belebung einer Statue stellte in jedem Einzelfall eine grosse Herausforderung an das technische Vermögen und den Ideenreichtum dar. Sehr oft ist daher die Verbildlichung des Pygmalion-Mythos zum Bravourstück geraten, mit dem die Überlegenheit eines Künstlers oder die einer Kunstgattung demonstriert werden sollte. Theoretische Quellen und literarische Texte ergänzen die Interpretation der Werke der bildenden Kunst.
Aus dem Inhalt: Pygmalion bei Ovid - Pygmalion im Mittelalter - Jacopo Pontormo, Ein Manifest des «paragone»? - Von der Ovid-Illustration zum Emblem - Pygmalion in den Niederlanden - Pygmalion als Sinnbild der Eigenliebe - Pygmalion im Barock - E.-M. Falconet, Die Antwort des Bildhauers - Pygmalion als Mythos der Aufklärung - Pygmalion in Deutschland 1750-1850, Die Entsinnlichung des Mythos - Girodet und die Politisierung der Kritik - Auguste Rodin.