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Das Denken Spinozas und seine Interpretation durch Jacobi

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Emmanuel J. Bauer

Das Denken Spinozas wird vielfach nur in seiner rein rationalistischen Gestalt rezipiert, seine nicht weniger bedeutende religiösmystische Dimension dagegen eher übersehen. Diese supra-rationale Tendenz, ihre wirkgeschichtlichen Wurzeln, sowie die daraus resultierende Zweidimensionalität und dialektische Dynamik im spinozanischen Denken wird versucht aufzuweisen. Damit eröffnet sich erst der Zugang zum Verständnis des eigenartig zwiespältigen Verhältnisses Fr. H. Jacobis zu Spinoza, der zum einen den Spinozismus als rationalistisches, unweigerlich in einen atheistischen Fatalismus mündendes System strikt ablehnt, zum anderen Spinoza persönlich als praktisch-existentiellen Theisten bewundert. Jacobi findet in Spinozas Denken letzlich ein gewisses Spiegelbild seines eigenen, dualistisch-antithetischen Wirklichkeitsverständnisses.
Aus dem Inhalt: Die dialektisch-zweidimensionale Struktur des spinozanischen Systems - Spinoza im Lichte Fr. H. Jacobis: Spinozismus als Naturalismus, rationalistisches System, Fatalismus und Atheismus; Spinoza als Theist - Kritik der Spinoza-Interpretation Jacobis und ihres Hintergrundes.