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Persönlichkeitsschutz im englischen Zivilrecht

Ein rechtsvergleichender Beitrag zur Haftung der Massenmedien bei Eingriffen in den geschützten Privatbereich

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Christiane Herth

Eine gesetzliche Vorschrift, die die menschliche Persönlichkeit generell und umfassend schützt, gibt es weder im deutschen noch im englischen Zivilrecht. In beiden Ländern ist die Gestaltung von Persönlichkeitsschutz und Kommunikationsfreiheit bis heute im wesentlichen durch die Rechtsprechung erfolgt. Der Bundesgerichtshof hat bekanntlich das 'allgemeine Persönlichkeitsrecht' als sonstiges Recht im Sinne von 823 BGB anerkannt. In England wird zwar schon lange über den deliktsrechtlichen Schutz eines 'right of privacy' diskutiert, die englischen Richter haben jedoch bis heute hierfür keinen allgemeinen Deliktstatbestand geschaffen. Noch heute bedienen sie sich der herkömmlichen Deliktstatbestände, auch soweit diese an sich dem Schutz anderer Interessen dienen. Mit der vorliegenden Arbeit werden Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Bewertung der widerstreitenden Interessen, in der Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes und der Bemessung des Schadensersatzes im englischen und deutschen Zivilrecht aufgezeigt. Dabei konzentriert sich der Beitrag auf die Auswertung der englischen und deutschen Judikatur zu Fällen, in denen die Verletzung des geschützten Privatbereichs auf einer Veröffentlichung in Presse, Funk, Film und Fernsehen beruht.
Aus dem Inhalt: Gegenwärtige Rechtslage in England - Reformbestrebungen - Einzelfragen aus rechtsvergleichender Sicht - Gesichtspunkte der Güter- und Interessenbewertung - Der Ersatz des Nichtvermögensschadens.