Show Less
Restricted access

Die literarische Vermittlung von Musik und Malerei in den Künstlernovellen des 19. Jahrhunderts

Series:

Angelika Waschinsky

Musiker und Maler rücken im 19. Jahrhundert in den Blickpunkt der literarischen Reflexion, und so bilden Künstlerfiguren vielfach das Zentrum der Gestaltung in den Novellen Hoffmanns, Eichendorffs, Mörikes und Grillparzers. Vor dem Hintergrund der romantischen Kunsttheorie verarbeiten die Autoren über die Figur des Musikers bzw. Malers eigene ästhetische Erfahrungen und setzen sich mit den Kunstauffassungen ihrer Zeit auseinander. Von besonderer Bedeutung aber ist, dass die Möglichkeiten und Grenzen dieser literarischen Vermittlung in den Texten selbst hinterfragt werden. Als Konsequenz dieser Reflexion gewinnt neben der Erzählstruktur die Ausrichtung auf den Leser als Stilmittel immer grössere Relevanz. Neben das ästhetisch motivierte Interesse an den inneren Vorgängen im Künstler und im künstlerischen Schaffensprozess tritt in zunehmendem Masse die Frage nach der gesellschaftlichen und öffentlichen Wirkung von Kunst. Heinrich Heine thematisiert in seinen essayistischen Texten diese Veränderungen und greift Aspekte, die in den Novellen bereits angedeutet wurden, so auf, dass die Gefahren dieser Entwicklung deutlich werden: die Gefahr der Kommerzialisierung von Kunst, der Bezug auf die Erwartungshaltung eines grösseren Publikums und die so schwierige Balance zwischen Ästhetik und Politik.
Aus dem Inhalt: U.a. Die romantische Kunsttheorie als geistiger Hintergrund für die Künstlernovellen des 19. Jahrhunderts / E.T.A. Hoffmann - Ideal und Krise enthusiastischen Künstlertums / Joseph von Eichendorff und seine musikalische Weltvorstellung / Eduard Mörike - Kunst als Zentrum / Franz Grillparzer - Doppelstruktur / Essayistische Darstellung des Künstlerischen bei Heinrich Heine.